Linksherzkatheter

(auch: Koronarographie, oder kurz Herzkatheter)

Linksherzkatheter

Die Bezeichnung „Links-“ bezieht sich auf das linke Herz, das Ziel des Katheters ist Der Katheter wird über eine Arterie eingeführt, es wird Kontrastmittel in die linke Hauptkammer und in die Herzkranzgefäße gegeben, dort der Blutdruck gemessen und ggf. Medikamente injiziert. Im Bild sieht man links oben die Katheterspitze wie ein U endend. Das Kontrastmittel fließt in einen kurzen Abschnitt („Hauptstamm“) und teilt sich dann in die zwei linken Hauptgefäße auf. Die Untersuchung als Film…

Für diese Untersuchung wird als Gefäßzugang eine Schlagader benötigt. Am häufigsten wird die Beinschlagader im Bereich der Leistengegend rechts oder links verwendet. Gelegentlich wird auch die Armschlagader, meist rechts, seltener links, benutzt. Welcher Gefäßzugang gewählt wird, hängt vom Gefäßzustand, von der Art der Erkrankung und von der Erfahrung des Untersuchers ab.

Unter örtlicher Betäubung wird entweder die Beinschlagader im Bereich der rechten Leiste punktiert oder die Armschlagader im Bereich der Ellenbeuge freigelegt. Durch die örtliche Betäubung ist die Untersuchung in der Regel nicht schmerzhaft. Ein gerinnungshemmendes Mittel, dessen Wirkung schnell eintritt und über die Untersuchungsdauer anhält, wird in das Gefäß eingespritzt. Dabei kann es bei Verwendung der Armschlagader zu einem vorübergehenden Kälte- und dann Hitzegefühl kommen.

Der Herzkatheter (dünner Kunststoffschlauch von 2 bis 3 mm Durchmesser) wird unter Röntgenkontrolle in die Hauptschlagader und dann in die linke Herzkammer vorgeführt. Nach den Druckmessungen wird Kontrastmittel mit einer automatischen Druckspritze in die linke Herzkammer eingespritzt. Sie spüren dabei ein bis zu 10 Sekunden andauerndes Hitzegefühl im gesamten Körper. Sie können auch dabei ein Gefühl des Harndrangs oder Harnabgangs bekommen. Eine Darstellung der Hauptschlagader wird bei bestimmten Herzfehlern durchgeführt, so z.B. bei undichter Aortenklappe (Aorteninsuffizienz). Zur Darstellung von Herzkranzgefäßen wird das Röntgenkontrastmittel mit der Hand gespritzt. Die Aufnahmen erfolgen über eine Kamera, die an einer bildverarbeitenden Anlage angeschlossen ist. Mehrere Aufnahmen in verschiedenen Richtungen werden benötigt, um Verengungen von Herzkranzgefäßen sicher und genau zu beurteilen.

Zweck der Untersuchung:

Diese Untersuchung dient dazu, die Druckverhältnisse im Bereich der linken Herzkammer und der Hauptschlagader festzustellen, sowie Herzkranzgefäße (linkes und rechtes Herzkranzgefäß) mit einem jodhaltigen Röntgenkontrastmittel darzustellen. So lassen sich Herzklappenfehler und Herzkranzgefäßerkrankungen abklären.

Verhalten nach der Untersuchung:

Nach Entfernung des Herzkatheters wird bei Zugang über die Beinschlagader in der Regel ein Druckverband angelegt. Der Druckverband verbleibt je nach verwendetem Katheter 4-6 Stunden. Solange der Druckverband liegt, müssen Sie Bettruhe einhalten. Ihr Oberkörper kann jedoch um etwa 30 Grad angehoben werden und Sie können sich auch auf die Seite legen, vorausgesetzt, das verwendete Bein bleibt gestreckt.

Wird ausnahmsweise die Armschlagader als Zugang gewählt , so muß in der Regel die Gefäßöffnung und dann die Haut genäht werden. Ein Verband wird angelegt. Bei Untersuchung vom Arm aus müssen Sie keine Bettruhe einhalten, es sei denn, es gibt andere Gründe dafür.

Mögliche Komplikationen:

Trotz sachkundiger Durchführung und größter Sorgfalt sind seltene Komplikationen nicht völlig ausgeschlossen. Das in den Körper eingebrachte Kontrastmittel kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen mit Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Atembeschwerden oder Blutdruckabfall führen. Bestimmte Überempfindlichkeitsreaktionen müssen durch bereitstehende Gegenmittel schnell behoben werden.

Während der Untersuchung können Extraschläge ausgelöst werden, die als Herzstolpern empfunden werden. Schwerwiegende Herzrhythmusstörungen, die ein sofortiges medikamentöses Eingreifen oder eine sofortige elektrische Behandlung erforderlich machen, kommen selten vor. Akute Durchblutungsstörungen des Herzmuskels sind ebenfalls selten und können bei Patienten, die schwere Herzkranzgefäßveränderungen haben, auftreten.

Trotz der Vorbeugung mit gerinnungshemmenden Mitteln können Blutgerinnselbildungen mit Durchblutungsstörungen von Organen oder Nervenbahnen, die eine medikamentöse oder operative Behandlung erfordern, nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Besonders bei Armschlagadern, die eine starke Arterienverkalkung aufweisen, kann es zu Durchblutungsstörungen am verwendeten Arm kommen, die eine operative Wiederherstellung der Armdurchblutung, meist durch einen kleinen Eingriff, erforderlich machen. Die Möglichkeit einer Gefäßverletzung mit Blutung ist äußerst selten.

Blutergüsse oder eine Nachblutung im Bereich der Wunde kommen gelegentlich vor. Die Blutergüsse heilen nach einigen Tagen folgenlos ab, eventuelle Nachblutungen am Arm hören in der Regel von selbst auf. Eine gestörte Wundheilung mit Infektion kann ebenfalls in seltenen Fällen vorkommen. Sollten Wundheilungsstörungen auftreten, so sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Im Bereich der Leistengegend sind Blutergüsse häufiger als am Arm. Vor allem bei Verwendung von großen Herzkathetern werden gelegentlich Aussackungen der Beinschlagader beobachtet, die mit einer Schwellung einhergehen und durch einen kleinen operativen Eingriff behandelt werden können.