Spiroergometrie (oder Ergospirometrie)

Spiroergometrie

Der Patient wird auf einem speziellen Fahrrad, einem sogenannten Ergometer, oder auf einem Laufband kontinuierlich gesteigert belastet. Die Schwere der Belastung wird dabei durch computergesteuerte Rampenprogramme erhöht. Es gibt je nach Fragestellung unterschiedliche Programme. In der Regel wird jedoch die nächst höhere Belastungsstufe nach ein bis zwei Minuten erreicht, wobei die Belastung um jeweils 10 bis 50 Watt gesteigert wird. In den Laufbanduntersuchungen gibt es vergleichbare Stufenprotokolle mit kontinuierlicher Zunahme der prozentualen Steigung (bergauf laufen).

Sportler trainieren je nach Sportart unterschiedliche Muskeln. Ein Läufer sollte also mit einem Laufband, ein Radfahrer mit dem Ergometer getestet werden. Zur begleitenden Messung der Atemgase wird dem Patienten eine luftdicht abschließende Maske auf Mund und Nase gesetzt, die über eine Messsonde mit der Raumluft verbunden ist. Als Sicherheitsmaßnahme werden zudem das EKG, die Herzfrequenz (Puls) und der Blutdruck des Patienten durch den anwesenden Arzt ununterbrochen kontrolliert. Die Dauer der Untersuchung beträgt meist nur acht bis zehn Minuten, woran sich eine Nachbeobachtung anschließt. Nach Abschluss der Untersuchung werden alle Daten in einem Computer zusammengeführt und ausgewertet.

Die wichtigsten Ergebnisse über die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge werden später zum Teil in graphischer Form wiedergegeben.

Zweck der Untersuchung:

Die Spiroergometrie dient der Bestimmung und Einschätzung der Leistungsfähigkeit (z.B. im Leistungssport) oder einer Leistungseinschränkung (z.B. bei Herzschwäche). Sie spiegelt in optimaler Weise das Zusammenspiel von Herz, Lunge (Atmung), Kreislauf und Stoffwechsel wieder. Aus diesem Grund ist sie in der Kardiologie (Herz), der Pulmologie (Lunge) und in der Sportmedizin von großer Bedeutung.

Beispielsweise kann der behandelnde Arzt anhand der maximalen Sauerstoffaufnahme, dem Zeitpunkt des Erreichens der anaeroben Schwelle und der größten Ergometerleistung (in Watt) eine mögliche Einschränkung der Herzfunktion erkennen, sie genauer beurteilen und ihren Verlauf in Nachuntersuchungen kontrollieren. Dies ist für Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), insbesondere vor geplanter Herztransplantation, von großer Wichtigkeit. Da ein normales Belastungs-EKG ebenfalls Bestandteil der Spiroergometrie ist, kann auch eine Aussage über mögliche Verengungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) getroffen werden. Die Spiroergometrie erlaubt darüber hinaus eine Unterscheidung zwischen herzbedingten und lungenbedingten Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Des Weiteren können verschiedene chronische Atemwegs- und Lungenerkrankungen beurteilt werden, eine ungeklärte Belastungs-Luftnot, aber auch das Risiko vor einer Lungentransplantation abgeklärt werden. Auch im Vorfeld einer belastenden Operation wird diese Untersuchung oft zur genauen Abschätzung der Belastbarkeitsgrenze und der Herz-Lungenfunktion durchgeführt, um das Operationsrisiko beurteilen zu können. In der Sportmedizin wird sie außerdem zur Kontrolle des Trainingserfolges und zur Feststellung des Leistungsniveaus eingesetzt.

Mögliche Komplikationen:

Das Risiko dieser Untersuchungsmethode durch das Auftreten von gefährlichen Rhythmusstörungen oder eines Herzinfarktes ist extrem gering. Alle wichtigen Maßnahmen zur Behandlung solcher Komplikationen sind stets in Griffnähe. Nach der statistischen Erwartung bei der Anzahl der bisher durchgeführten Untersuchungen hätte es bereits 2 ernste Zwischenfälle geben müssen. Daß es bisher zu keiner einzeigen Komplikation kam, ist am ehesten durch die Qualität der bei uns vorgeschalteten Diagnostik zu erklären.