Rhythmus und Herzstolpern

Wie kommt der Rhythmus in das Herz?

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Jeder Muskel wird durch Stromimpulse aktiviert und gesteuert. Die Steuerung und Weiterleitung der aktivierenden Ströme erfolgt durch Nerven oder im Falle des Herzens durch das “Reizleitungssystem” (im Bild blau).

Im Herz befindet sich im rechten oberen Rand des rechten Vorhofs der Sinusknoten: eine Zellgruppe, die elektrisch aktiv ist. Ihr elektrisches Potential (Spannungsdifferenz) schwingt rhythmisch.

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Diese Zellgruppe heißt Sinusknoten (im Bild gelb). Er ist auch noch aktiv, wenn man ihn ganz aus dem Herzen schneidet. Er ist also autonom. Er läßt sich aber trotzdem in seiner Aktivität beeinflussen.
Das geschieht u. A. durch mechanische Reize, Hormone, Aktivität von Nerven, Blutzusammensetzung und -volumen, Atmung.

Diese Einflüsse modifizieren den Grundrhythmus, machen also das Herz schneller oder langsamer.

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Der Impuls geht wie eine Welle geordnet von oben nach unten durch das Herz. Zunächst durch die Vorhöfe. Dort, wo er ankommt, zieht sich die Herzmuskelzelle zusammen. Das dauert bei den Vorhöfen 0.04 sec.

Der Übertritt zur Hauptkammer ist exklusiv an einer Stelle im Bereich der Herzscheidewand (Septum). Hier findet eine wichtige Zeitverzögerung statt, damit die Vorhöfe Zeit haben, das in ihnen enthaltene Blut in die Hauptkammern zu pumpen.

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Der Übertrittsbereich zu den Hauptkammern heißt AV-Knoten Das Reizleitungssystem zweigt dann in 3 Schenkel auf, die den Impuls nach rechts und links verteilen. Der rechte Schenkel geht in das rechte Herz , das linke erhält einen vorderen und einen hinteren Schenkel.

Erfolgt die Weiterleitung zu langsam oder wird sie gar unterbrochen , spricht man von einem „Block“. Ein Linksschenkelblock bedeutet also, daß der Schenkel, der den Impuls in die linke Hauptkammer leitet, dies zu langsam macht.

Jede Zelle des Reizleitungssystems und des Herzmuskels kann als Schrittmacher funktionieren. Normalerweise ist aber der Sinusknoten am schnellsten und überholt damit die anderen Zellen, die sich so mit ihm synchronisieren. Wenn der Sinusknoten jedoch ausfallen würde, können nachgeordnete Zentren die Rhythmuskontrolle übernehmen. Sie sind dann aber langsamer.

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Andere Nerven wirken auf die Aktivität des Sinusknotens ein. Sie gehören zum Autonomen Nervensystem: Sympathikus und Parasympathikus Der Sympathikus hebt die Herzfrequenz, der Parasympathikus senkt sie. Auch andere Einflüsse sind bekannt: Hormone, Stoffwechselprodukte, Temperatur, Atmung etc.

Die Spannungsschwankungen werden diagnostisch mit dem EKG (Elektrokardiogramm) ausgewertet.