Hormonersatztherapie bei Frauen

Man kann beobachten, daß Frauen vor Beginn der Wechseljahre wesentlich seltener Herzinfarkte haben als danach. Man erklärt dies durch eine vermutete Schutzfunktion der Östrogene: Ihren günstigen Einfluß auf die Blutfette, den Zuckerstoffwechsel und auf direkte Wirkungen auf die Gefäße.

Untersucht man nun ob Frauen mit Hormonersatztherapie weniger Herzinfarkte haben als Frauen ohne Hormonersatz, so stellt sich heraus, daß die Hormone nicht nachweisbar schützen.

Es liegen aber mehrere Studien vor, sie zeigen, daß eine Hormonersatztherapie das Auftreten eines Morbus Alzheimer verhindern kann.

Als Nachteil steht dem ein erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen gegenüber.

Die Frage eines erhöhten Risikos an eine Brustkrebs zu erkranken, wird noch widersprüchlich diskutiert. Das Risiko für Gallenblasen Erkrankungen wird erhöht, unsichere Daten liegen vor bezüglich des Risikos eines Ovarialkarcinoms.

Der gegenwärtige Kenntnisstand erlaubt folgende Schlussfolgerungen

  1. In der Regel wird die Therapie von dem Gynäkologen in Absprache mit dem Kardiologen neu begonnen. Bei Neubeginn sollte eine ausführliche Nutzen-Risiko-Analyse mit jeder Patientinnen individuell durchgeführt und besprochen werden.
  2. Der Neubeginn einer Hormonersatztherapie zur Prophylaxe kardiovaskulärer Ereignisse kann derzeit nicht empfohlen werden.
  3. Frauen, die bisher eine Hormonersatztherapie gut vertragen haben, können diese unter Abwägung des Nutzen-Risiko-Profils bei stabiler KHK auch weiterhin fortführen.